Hoteliers unzufrieden mit Support

Zahlreiche Hotels nutzen zum managen der Zimmerbelegung oder um Check-in- und Check-out-Vorgänge abzuwickeln die Hotelprogramme Suite 8 und Opera von Oracle-Micros (früher Micros-Fidelio). Nun aber sind mehrere Hoteliers in Deutschland unzufrieden mit dem Service. Der habe sich mit der Übernahme von Micros-Fidelio durch den US-Konzern Oracle verändert.

„Es ist nicht so ganz klar, wer im Moment für was zuständig ist“, berichtet Antje Warthmann, Direktorin des Abacco Hotels in Korntal-Münchingen bei Stuttgart. „Der Kommunikationsfluss ist zurzeit sehr schleppend.“ Wenn im Alltagsgeschäft ein Problem auftaucht, könne es nicht mehr so rasch wie früher mithilfe des Supports behoben werden. „Manchmal kommen zum Beispiel die GDS-Buchungen nicht automatisch über das Interface herein“, so Warthmann weiter. Damit meint sie Reservierungen, die über angeschlossene sogenannte Global Distribution Systeme, kurz GDS, wie zum Beispiel Amadeus oder Sabre kommen. Das sei besonders ärgerlich, wenn das Hotel viele Buchungen aus den USA erhalte – „denn die Amerikaner buchen immer noch bevorzugt über GDS“.

Laut Zeèv Rosenberg, Direktor des Boutique Hotels i31 in Berlin, hinkt Oracle nicht nur beim Support im Alltagsgeschäft, sondern auch in der Weiterentwicklung hinterher. „Die Schnittstellen liegen auf Eis“, sagt er. So würden keine neuen Andockmöglichkeiten geschaffen für Systeme, die neu auf den Markt kommen, wie etwa Kundenservice-Tools wie Conichi. Rosenberg weiß sogar von einigen Hotels und Ketten, die schon über einen Wechsel zu einem anderen Property Management System (PMS) nachdenken. „Eigentlich ist die Suite 8 ja ein gutes Produkt“, fügt der Berliner Hotelier hinzu, „aber der Service in Deutschland ist zurzeit unterirdisch“.

Insgesamt nutzen nach Angaben des Neusser Software-Herstellers allein in Deutschland derzeit mehrere tausend Betriebe Systeme von Oracle-Micros. Weltweit seien es zirka 40.000 Hotelkunden.

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