Ohne Warnweste wird's teuer

warnweste

Wer mit dem Auto in Deutschland oder im europäischen Ausland unterwegs ist, muss in vielen Ländern eine gelbe, rote oder orangefarbene Warnweste für Fahrer und Beifahrer mitführen, die das europäische Kontrollzeichen EN 471 aufweist.

Diese Weste muss meistens dann getragen werden, wenn man das Fahrzeug verlässt, um zum Beispiel nach einer Panne oder einem Unfall Hilfe zu holen oder das Warndreieck aufzustellen. Da es kaum einheitliche Regelungen zu Mitführungs- und Tragepflichten und möglichen Verwarn- oder Bußgeldern gibt, hier ein Überblick:

  • Deutschland: Seit 1. Juli 2014 muss in jedem Fahrzeuge eine Warnweste vorhanden sein. Die Weste muss der DIN EN 271 oder der EN ISO 20471 entsprechen. Die Regelung gilt für alle in Deutschland zugelassenen PKW, LKW und Busse, Motorräder sind ausgenommen. Es gibt keine gesetzlichen Vorgaben, zum Tagen der Warnwesten, hier wird auf die Eigenverantwortlichkeit von Fahrern umd Mitfahrern gesetzt. Bußgeld: bei Nichtvorhandensein einer Warnweste.

  • Belgien: Tragepflicht bei Unfällen und Pannen eines Fahrzeugs – auch eines Motorrads – außerhalb von geschlossenen Ortschaften und auf Autobahnen beim Verlassen des Fahrzeugs. Gesetzlich vorgeschrieben ist nur eine Weste pro Fahrzeug. Bußgeld: ab 50 Euro, maximal 1.375 Euro.

  • Bulgarien: Alle Insassen eines KFZ oder eines Motorrads, die im Falle einer Panne oder eines Unfalls außerhalb geschlossener Ortschaften das Fahrzeug verlassen, müssen eine Warnweste tragen. Bußgeld circa 25 Euro.

  • Finnland: Alle Fahrzeuführer sollen Kleidung mit reflektierendem Material tragen, wenn sie das Fahrzeug bei Dunkelheit verlassen müssen. Bußgeld: keine Ahndung.

  • Frankreich: Das KFZ muss mit mindestens einer reflektierenden Warnweste (Kontrollzeichen EN 471) ausgerüstet sein. Keine Pflicht für zwei- und dreirädrige KFZ sowie Quads. Auch für Fahrradfahrer, die nachts außerorts oder bei schlechten Sichtbedingungen unterwegs sind, gilt eine Warnwestenpflicht. Bußgeld: mindestens 22 Euro.

  • Italien: Tragepflicht für alle Personen, die das Fahrzeug bei Unfällen und Pannen eines Fahrzeugs außerhalb von Ortschaften und auf Autobahnen verlassen. Diese Regelung gilt nicht für Motorradfahrer. Wird zur Absicherung des Fahrzeuges ein Pannendreieck aufgestellt, muss die Person, die das Dreieck aufstellt die Warnweste tragen, was nach dem Gesetz in der Regel der Fahrer ist. Bußgeld: ab 38 Euro.

  • Kroatien: Tragepflicht bei Unfällen und Pannen eines Fahrzeugs oder Motorrads außerhalb von Ortschaften, wenn das Fahrzeug verlassen wird und die Person sich auf der Fahrbahn oder auf dem Randstreifen aufhält.

  • Luxemburg: Nach Unfall oder Panne auf Autobahnen oder Schnellstraßen müssen Personen, die sich außerhalb des Fahrzeuges oder Motorades bewegen, eine Weste tragen. Gleiches gilt für Fußgänger die bei Dunkelheit an den Seiten von Landstraßen gehen. Bußgeld: mindestens 49 Euro.

  • Norwegen: Mitführ- und Trageflicht gilt nur für Fahrzeuge und Motorräder mit norwegischer Zulassung bei Unfällen und Pannen eines Fahrzeugs außerhalb von Ortschaften und auf Autobahnen. Ausländische Fahrer sind nur betroffen, wenn sie mit einem Fahrzeug mit norwegischen Kennzeichen unterwegs sind.

  • Österreich: Die Lenker aller mehrspurigen Kraftfahrzeuge müssen eine vom Fahrersitz leicht erreichbare Warnweste mitführen und diese tragen, wenn sie außerhalb von Ortsgebieten ein Warndreieck aufstellen oder wenn sie auf Autobahnen oder Autostraßen das Fahrzeug wegen einer Panne oder ähnlichem außerhalb von gekennzeichneten Parkplätzen oder Rasthäusern abstellen. Gilt nicht für Motorradfahrer. Bußgeld: ab 14 Euro.

  • Portugal: Mitführ- und Tragepflicht nur für Fahrzeuge mit portugiesischer Zulassung, gilt nicht für Fahrer von Motorrädern. Bußgelder: bei Nichtmitführen werden mindestens 60 Euro fällig, bei einem Verstoß gegen die Tragepflicht ist ein Bußgeld ab 120 Euro zu zahlen.

  • Rumänien: Fahrer von Kraftfahrzeugen sind verpflichtet, eine Warnweste mitzuführen und diese beim Verlassen des Fahrzeuges im Falle einer Panne oder eines Unfalls außerhalb geschlossener Ortschaften zu tragen. Bei Zuwiderhandlung wird ein Bußgeld verhängt.

  • Serbien: Fahrer von PKW, Bussen und LKW müssen eine Warnweste mitführen und anlegen, wenn sie ihr Fahrzeug auf offener Straße verlassen. Bußgeld: ab 32 Euro.

  • Slowakei: Tragepflicht bei Unfällen und Pannen eines Fahrzeugs außerhalb von Ortschaften und auf Autobahnen, auch für Motorradfahrer. Bußgeld: ab 50 Euro.

  • Slowenien: Tragepflicht beim Verlassen des Fahrzeugs nach Unfällen und Pannen auf Autobahnen oder Schnellstraßen. Keine Mitführungspflicht. Motorradfahrer sind von der Warnwestenpflicht ausgenommen. Bußgeld: ab 40 Euro.

  • Spanien: Tragepflicht für Fahrer von PKW und LKW beim Verlassen des Fahrzeugs nach Pannen oder Unfällen. Gilt nicht für Motorradfahrer. Bußgeld: bis 90 Euro.

  • Tschechien: Mitführ- und Tragepflicht bei Unfällen und Pannen für jeden Fahrzeuginsassen, auch für ausländische Fahrzeuge. Bußgeld droht bei Nichtbeachtung.

  • Ungarn: Beim Verlassen des KFZ oder Motorrads außerhalb geschlossener Ortschaften müssen Warnwesten angelegt werden. Tragepflicht auch für Radfahrer und Fußgänger außerhalb geschlossener Ortschaften nachts und bei schlechter Sicht. Bußgeld bis circa 120 Euro.

Unabhängig von den verschiedenen Regelungen empfiehlt die Deutsche Verkehrswacht, bei jeder Fahrt mindestens eine Warnweste, die das europäische Kontrollzeichen EN 471 aufweist, mitzuführen. Damit ist man nicht nur juristisch auf der sicheren Seite: Das Gesehenwerden beim Verlassen des Fahrzeuges nachts oder bei schlechten Sichtverhältnissen ist immer ein Zugewinn an Sicherheit. (Quelle: ADAC, Stand: Februar 2015)