Baby on Bord

Bald beginnt wieder die Urlaubszeit. Aber für viele Eltern steht vor dem lang ersehnten erholsamen Urlaub eine oftmals nervenaufreibende Autofahrt mit ihren Kindern: „Wie lange noooch?“, „Sind wir gleich daaa?“, „Ich muss mal“, „Mir ist langweilig, ich hab keine Lust mehr!“ Auch wenn die Babys schon ziemlich groß sind, auf langen Autofahrten rumnörgeln können sie in jedem Alter ziemlich gut. Wir haben uns mal in unserer Firma nach Tipps und Tricks für lange Autofahrten mit Kindern umgehört.

Die Redaktionsvolontärin Mara schlägt vor: Nehmen Sie die Oma mit! Auf der Rückbank zwischen den Kindern geparkt sorgt sie nicht nur für Unterhaltung (da sind Omas unermüdlich), sondern dient bei Streits auch als nützlicher Puffer und Schlichter. Wenn Sie gerade keine Oma zur Hand haben, packen Sie genug Hörspiele ein. Am besten für jede Fahrstunde eins.

Einige schlagen natürlich Filme auf dem Tablet oder in der Kopfstütze des Vordersitzes vor. Aber viele Eltern halten nichts von solch digitaler Beschäftigung. Sascha, der stellvertretende Agenturleiter, hält seine Kinder bei Laune, indem er das Auto mit Filzstiften, Malblöcken, Büchern, Kuscheltieren und Kissen belädt. Bei den klassischen Stau-Spielen – Kennzeichen-Raten, Lieder-Erkennen (wer erkennt die Songs im Radio am schnellsten?), Kennzeichen-Sätze-bilden: MH-IB-0000 = Mein Hund ist brav) oder Automarken-Raten – kommt die ganze Familie zum Einsatz.
Er stellt fest: „Langeweile macht erstaunlich kreativ! Unsere beiden haben sich auch selber Spiele ausgedacht. Mal eine halbe Stunde rumnörgeln lassen kann also auch helfen.“ Als Highlight der Fahrt empfiehlt Sascha einen Besuch beim Lieblings-Fastfood-Dealer der Kinder, oder ein Picknick. Bei den üblichen Pinkelpausen werden seine Kids immer rund um den Platz gescheucht, um sich zu bewegen. Die ewige Frage „Wie lange dauert’s noch!“ wird konsequent mit „Noch 10 Minuten!“ beantwortet - egal ob’s stimmt oder nicht. Seiner Erfahrung nach geben die Kinder dann irgendwann auf. Alternativ zu Zeitangaben kann man den Kindern auf einer Karte anzeigen, wie weit man schon gekommen ist und wieviel man noch vor sich hat (das kann am Anfang der Fahrt natürlich etwas frustrierend sein).

Auch Janine vom Layout hält ihren Sohn lieber auf Abstand zu digitaler Bespaßung auf Autofahrten, nachdem ihr Mann einmal den Versuch gewagt hat. Ihr Sohn erbrach sich nach wenigen Minuten über das Tablet. Seitdem gibt’s bei ihr einen Aufsatz für den Vordersitz, mit dem Kinder auf der Rückbank spielen können.

Natalie aus der Anzeigenabteilung hält ihren knapp fünfjährigen Sohn mit verschiedenen Spielen bei Laune. Neben „Ich sehe was, das Du nicht siehst“ macht ihm besonders das Tiptoi-Spiel „Ratespaß auf Reisen“ viel Freude. Der orangene Tiptoi-Stift stellt verschiedene Fragen zum Beispiel zum Verkehr, aber auch eine Reihe von Aufgaben, die die Umgebung miteinbeziehen. So muss man unter anderem schätzen, wie viele rote Autos man in der nächsten Minute sieht. Das macht das Spiel abwechslungsreich und nebenbei lernt er noch etwas über den Verkehr und die Sicherheit unterwegs.

Klar ist jedenfalls, dass die Eltern ran müssen. Um’s Mitspielen oder Mithören, wie bei Hörspielen, kommt keiner herum. Ja, irgendwann gehen einem Bibi und Tina auf Amadeus und Sabrina gehörig auf den Senkel. Und irgendwann hat man zum hundertsten Mal etwas gesehen, was du nicht siehst und es war grün. Aber einen Tod muss man sterben: Entweder man hat nörgelige Kinder im Auto sitzen, oder man wird nochmal selber zum Kind und versucht sich darauf einzulassen. So oder so steht am Ende der Fahrt sicherlich ein schöner Familien-Urlaub.